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Vom Wehr-Recht zur Wehrpflicht und wieder zurück

 

Vom Wehr-Recht zur Wehrpflicht und wieder zurück
(m)ein Plädoyer für die Wehrpflicht
 
Alexander der Große hat mit der Phalanx die Perser geschlagen. Seine Griechen waren freie Bürger, die mit ihren eigenen Waffen in die Schlacht zogen, die Perser aber Söldner, die sich, als es brenzlig wurde, still und heimlich verabschiedeten. Die Römer haben mit ihren Legionen die Welt beherrscht und erst als man die freien römischen Bürger mehr und mehr durch Fremde und Waffensklaven ersetzte, begann der Niedergang des Weltreiches.
Der freie Bürger definierte sich immer durch seine Waffen. Aber der Waffenbesitz brachte auch eine wichtige Verpflichtung: Man mußte bereit sein, sein Land mit der Waffe in der Hand und unter Einsatz seines Lebens zu verteidigen. Der wehrhafte Bürger konnte sich selbst verteidigen, aber er mußte auch seine Familie, seine Freunde und Bekannten und letztlich seine Heimat verteidigen. Das war nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch eine Pflicht, die man von ihm einfordern konnte.
In einer Demokratie sind alle Bürger gleichberechtigt, sie sind frei und sie sind der Staat. Das Recht geht von ihnen selbst aus. Aber sie haben auch die Pflicht, diese ihre Freiheiten zu verteidigen. Und daher hat ein demokratisches Heer auch immer ein Volksheer zu sein. Ein Volksheer auf der Basis einer Wehrpflicht.
 
Die Österreicher und ihr Bundesheer
In der ersten Republik hatten wir ein Berufsheer. Das hat 1934 geschossen, 1938 aber nicht. Beides war nicht richtig.
Als Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder frei war, wurde das ein Volksheer, ein Heer auf der Basis der allgemeinen Wehrpflicht, wie es sich für eine richtige Demokratie gehört.
Unsere Politiker haben aber das Bundesheer nie geliebt. Die Österreicher schon. Bei den öffentlichen Auftritten des Heeres, etwa am Nationalfeiertag haben sie das überzeugend dargetan.
Ausnahmen hat es auch unter den Politikern gegeben: Einer der wenigen Verteidigungsminister, der für sein Bundesheer wirklich eingetreten ist, war Robert Lichal, den man oft und oft dafür geschmäht hat. Aber die grundsätzliche Politik dem Heer gegenüber war das System der Aushungerung. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel.
Derzeit beginnt der große Ausverkauf, die große Abrüstung. Kasernen werden verkauft, sie sind aber am Markt nicht wirklich ein Renner. Unglaubliche Werte werden vernichtet, die Gebäude stehen jahrelang leer und unbetreut, sie werden zu Luxusruinen. Panzer und Kanonen werden verschrottet oder verschleudert. Österreich soll wehrlos gemacht, entwaffnet werden. Wer das verantwortet, ist ein Hochverräter, der aber nie vor Gericht gestellt werden wird, weil der große Volksgerichtshof, nämlich die „Krone“ auf seiner Seite steht und bereits einen Freispruch gefällt hat.
 
Die Argumente
gegen die Wehrpflicht sind nicht neu. Ein Berufsheer sei billiger, die Soldaten in einem solchen Heer würde man besser ausbilden können, wertvolle Zeit würde den jungen Menschen gestohlen, es gäbe Leerläufe bei Bundesheer und schließlich sei im modernen Europa überhaupt keine Bedrohung mehr vorhanden.
Es ist frivol über die Kosten der Landesverteidigung zu diskutieren, wenn die Politiker den Gedanken der Landesverteidigung dadurch desavouieren, indem sie das Bundesheer gezielt aushungern. Es ist so, als würde ich einem Sportler die Beine abhacken und mich dann darüber beklagen, daß er nicht mehr schnell laufen kann.
Ein Berufsheer, wenn es gewisse Anforderungen erfüllen soll, ist nicht billiger sondern muß einfach teurer sein als die derzeitige Lösung. Das wird sich als bittere Wahrheit herausstellen.
Die Argumente gegen die Wehrpflicht sind Scheinargumente. Es geht nicht um die Kosten, es geht nicht um die bessere Ausbildung, nicht um die Katastrophenhilfe, nicht um die Zivildiener und schon gar nicht um die Verschonung der jungen Männer vor einem unbequemen Dienst. Es geht um den Dienst mit der Waffe, um den bewaffneten Bürger.
 
Was steckt wirklich dahinter?
Gehen wir zurück in der Argumentation. Die Wehrpflicht hat ihren Ursprung im Wehr-Recht, im Recht des freien Bürgers, sich mit Waffen zu versehen. Das sogenannte „Gewaltmonopol“ hat das Bestreben, seine Macht auf Kosten der Bürger immer mehr auszudehnen. Es gibt ein Gewaltmonopol, das beschränkt sich aber lediglich auf das Recht zu strafen und auf die Rechtsdurchsetzung. Bei der Selbstverteidigung hat es nichts verloren.
Selbstverständlich hat es auch das alleinige Recht des Staates gegeben, Kriege zu führen. Seit dem „Ewigen Landfrieden“ Kaiser Maximilians darf der Einzelne keinen Krieg (Fehde) mehr führen. Allerdings billigt das geltende Völkerrecht dem Bürger ein Selbstverteidigungsrecht zu, nämlich für den Fall, daß der Staat nicht mehr in der Lage oder nicht mehr willens ist, seine Bevölkerung vor dem Angriffe eines äußeren Feindes zu schützen.
Wir sind in einen seltsamen Zwiespalt geraten. Unser Staat baut unsere Verteidigungsinstrumente ab. Er will sie durch ein Söldnerheer, durch Freiwillige (die ja auch nichts anders als Söldner sind, denn umsonst wird wohl kaum einer Kriegsdienst leisten) ersetzen. Und er will seine Soldaten ins Ausland schicken in der Tradition der deutschen Doudezfürsten, die ihre Landeskinder nach Amerika verkauft haben. Aber der Staat entwaffnet nicht nur sein eigenes Heer, er versucht gleichzeitig auch, seine Bürger zu entwaffnen und sie verteidigungsunfähig zu machen.
Er will die Wehrpflicht abschaffen und damit schafft er gleichzeitig auch das Recht ab, sich zu wehren.
Das Argument, Europa sei so sicher, daß jede Bedrohung weggefallen sei, kehrt sich um. Denn auf einmal ist der Feind nicht mehr der äußere Feind sondern der eigene Bürger. Er soll schließlich mit den neuen Heeren, mit der neuen Gendarmerie unterjocht werden.
Die Wehrpflicht ist vielen zuwider, sie ist mühsam und sie kostet Zeit. Das ist richtig. Und es ist durchaus denkbar, daß in unserer Zeit die Abschaffung dieser Wehrpflicht sogar eine demokratische Mehrheit bekommt. Denn die Weichen sind bereits dorthin gestellt und die Medienorgel spielt schon dieses garstige Lied. Und unsere Erziehung, seit Jahren nur mehr auf Kuschelkurs, wird das ihrige dazu beitragen.
Wer aber die Wehrpflicht abschafft, entwaffnet nicht nur das Volksheer, er wird auch die Bürger entwaffnen. Und das ist das wirkliche Ziel der Reformer. Sie reformieren nicht für das Volk sondern gegen das Volk. Sie gaukeln ihm vor, ihm die Pflicht abzunehmen und tatsächlich nehmen sie ihm die Freiheit.
Es wird sehr schwer sein, sich dagegen zu wehren. Aber noch haben wir eine Demokratie und wir können uns noch wehren. Wir sollten das tun.

Kommentare   

+4 #37 Guest 2011-01-27 17:19
@Tiroler
Die Demokratie lebt von den Protagonisten und dort krankt es...

Eine Heilung kann mangels Kandidaten nur durch Aussetzung der repräsentativen Demokratie und Ersetzung durch direkte Demokratie erfolgen...

Die nicht mehr ganz so große Koalition weiß das auch und deswegen scheut sie Volksabstimmungen wie der Teufel das Weihwasser...

Die letzte Wienwahl war der Gipfel der Undemokratie, solange die Verlierer aber irgendwie eine Mehrheit zusammenbringen werden sie weiter regieren.
+2 #36 Guest 2011-01-27 14:56
Ganz recht lieber AlbrechtD ... der Einwand ist berechtigt!

So könnte man sagen, wollte ich pk. bloß nicht alle in einen Topf werfen, weshalb ich zwei gleichwertige Töpfe aufgestellt habe! :P

Richtig, und leider viel trauriger, ist allerdings, dass ich mich durch manche Kommentare hier dazu veranlasst fühlte!

So muss ich allgemein feststellen, dass einige noch fürchten, richtigen Ansichten auch entsprechende Taten bzw. gedankliche Schlüsse folgen zu lassen.
Anstatt dessen wird an kritischen Punkten halt gemacht und z.B. davon geträumt, die Demokratie würde sich selbst auf demokratischem Wege heilen!

Tja wer´s glaubt...!
+5 #35 Guest 2011-01-27 13:31
@ Tiroler:
Zitat:
lebt in einer Traumwelt, oder ist links...!
Ich persönlich sehe da keinen großen Unterschied, den das »oder« implizieren würde…

Verzeihung – aber dieser (vielleicht) unqualifizierte Einwurf lag nahe… :lol:
+5 #34 Guest 2011-01-27 13:08
Ach wie schön waren doch die Zeiten, als Priester der Katholischen Kirche noch unsere Kanonen segneten, anstatt den "Dialog" zu anderen "Religionen" zu suchen!


Z.Th. "Männlichkeitswahn":

Das Problem ist, dass den vielgenannten autochtonen nicht nur der Wahn fehlt, sondern längst auch die Männlichkeit!!!
Wobei ich etwas Wahn lieber in Kauf nähme, als das gänzliche Fehlen der Männlichkeit!


Zum beleibten Salatkopf Michi:
Wer nicht längst begriffen hat, dass das System um Parteien und Wählerstimmen längst die Demokratie (in dieser Form) an die Wand gefahren hat, lebt in einer Traumwelt, oder ist links...!

Ein Affront gegen den Verstand ist dann, wenn der erste Zivi des Landes behauptet, er würde seine eigene Meinung haben und vertreten!
+2 #33 Guest 2011-01-27 12:17
@ glock34:

Leider weiß ich nur zu gut, wie recht Sie haben. Und das mit den Mohammedanern ist auch kein leeres Schreckgespenst – immerhin erfrechen sich manche Postzusteller in Tirol auf das Paketauto das Zeichen der osmanischen Eroberer zu setzen und dazu zu schreiben »Hük üm Allahin« – was nichts anderes heißt als: auf Befehl Allahs. Solche Aufschriften könnte man als der Republik Österreich feindlich einstufen. Aber die haben ja den Migrantenbonus (oder ist das schon der Erobererbonus?)…Jedenfalls habe ich – um politisch korrekt zu wirken das mit dem »unwahrscheinlichen Fall« geschrieben. Die Wahrheit ist, daß ich mit diesem Fall früher oder später rechne… immerhin heißt es doch frech »Hük üm Allahin«…
+4 #32 Guest 2011-01-27 10:53
@AlbrechtD
Die Wehrpflicht wird abgeschafft und aus Geldmangel wird es kein Berufsheer geben...

Was klingt unwahrscheinlich?
Was die demografischen Daten sagen?
Fahren Sie eine Runde mit dem 6er und zählen Sie die autochthonen.
Sie können schon jetzt den Halbmond hissen!
+3 #31 Guest 2011-01-27 10:08
@ .44er:

danke für die Auskunft. Das ist allerdings rein rechtliches.
Gehen wir in die Praxis (die schaut bekanntlich meist anders aus als die Theorie): nehmen wir den Fall an, es gäbe einen mohammedanischen Kleinkrieg (»Terror« _ ich kann dieses Wort schon nicht mehr ausstehen) gegen autochtone. So wie etwa seinerzeit RAF, Brigade Rosse etc, die die Republik untermieren wollen um einen »Islamischen Gottesstaat« einzuführen (mit allen Konsequenzen). Ich weiß, daß das im Moment noch unwahrscheinlich klingt (die demografischen Daten zeigen eine andere Entwicklung) – aber gesetzt diesen Fall: wie würde ein Berufssoldat entscheiden, der diesen Mohammedanern angehört? Ob der dann treu zum Eid auf die Verfassung Österreichs steht, ist sehr fraglich. Und ich habe schon darauf hingewiesen, daß vor allem ob des moslemischen Männlichkeitswahns vor allem junge Moslems in das Berufsheer drängen würden… Bei einer allgemeinen Wehrpflicht wäre zumindest eine Durchmischung zwischen Autochthonen und Allochthonen gegeben, die gewisse Gefahren minimieren könnten…

Ich glaube, daß das Argumente sind, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Schließlich ist der Islam nicht die Religion des Friedens – dazu ein Verweis: http://www.youtube.com/watch?v=hTheVwj64k8&p=43EFDDA4AE07B3FF&playnext=1&index=1
+1 #30 Guest 2011-01-27 09:50
Verzeihung, soll natürlich heißen AlbrechtD!
+5 #29 Guest 2011-01-27 09:49
an AlfredD: Eine nicht leicht zu beantwortende Frage, da dieser Punkt aufgrund bilateraler Verträge geregelt wurde. Bleiben wir also bei Ihrem Beispiel: Wäre unsere so charmante Wr. Vizebürgermeisterin ein Mann (davor mag Gott abhüten), würde sie den österreichischen wehrgesetzlichen Bestimmungen voll unterliegen, hätte aber auch in Griechenland einen allerdings verkürzten Wehrdienst abzuleisten. Die griechische Staatsbürgerschaft kann überigens nicht zurückgelegt werden.
+8 #28 Guest 2011-01-27 08:58
an LT: Grundsätzlich, nur haben die verantwortlichen Politiker es nie so deutlich gesagt, waren und sind die Roten immer gegen ein ÖBH, sehr wohl jedoch für eine rein sozialistische Volkswehr gewesen. Keinesfalls waren jedoch dort "das Volk", sondern linken Sozialisten, teilweise aber auch Kommunisten vertreten. Wer sich mit diesem undisziplinierten und keinen militärischen Wert darstellenden Haufen historisch beschäftigt hat, weiß wovon ich schreibe. Das in der SPÖ bis dato vorhandene Trauma des Februars 1934 ist bis heute nicht überwunden, vom Juli desselben Jahres spricht hingegen niemand, schon gar nicht in der SPÖ, da ja nicht unwesentliche Teile der Arbeiterschaft auf die Seite der NSDAP gewechselt sind. Sieht man vom einfach gestrickten ÖVP-Platter ab, der unverständlicher Weise die 6monatige Dienstzeit eingeführt und die Miliz zerstört hatte, einmal ab, haben wir das frivole Spiel mit der Landesverteidigung ja schon 1970 (6 Monate sind genug) unter der so hehren Lichtgestalt der Sozialdemokratie, Dr. Kreisky, erlebt. Häupl hatte aus rein wahltaktischen Gründen angenommen, dass ihm sein Gag mit der Abschaffung der Wehrpflicht Stimmen bringen würde. Dies ist in die Hosen gegangen, doch die Grünen haben der SPÖ die Mauer gemacht und regieren heute in Wien fröhlich mit. Und die - geile (!) Wr. ÖVP? Schlicht zum Vergessen!

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