Politik

Man kämpft gegen die Raser

Man kämpft gegen die Raser

 

Das macht die zuständige Ministerin für die Umwelt von den Grünen, die charmante Frau Gewessler. Eine entscheidende Schlacht gegen (oder für) das Klima hat sie ja bereits gewonnen: der 140er des unseligen Vorgängers (ein Blauer war das) ist ja flugs beseitigt worden. Man hat ja direkt gespürt, wie das Klima aufgeatmet hat und die Frau Professor Kromp-Kolb auch.

Jetzt aber geht es den Rasern an den Kragen und die „Krone“ hat ganz begeistert berichtet, geradezu hymnisch. Und jetzt ist die Frau Minister zu Recht in aller Munde. „A star is born!“ habe ich mit großer Begeisterung ausgerufen, wie ich selbiges gelesen habe: endlich hört man wieder was von ihr.

Mir war sie bisher recht wurscht, aber ich weiß natürlich, daß von den Grünen nie was Gescheites oder Gutes kommt. Aber jetzt ist sie halt Ministerin.

Gut, für ihr Aussehen kann sie ja nichts und für ihre Bildung, ihre Intelligenz und ihre Klugheit natürlich auch nichts, das haben ja andere zu verantworten, der Kanzler wahrscheinlich, aber der ist ja selber keine Leuchte der Wissenschaft.

Der Kampf ist also erklärt. Gegen die Raser, ich verstehe.

Zuerst müßte man einmal klären, was so ein Raser ist. Einer, der 140 fährt auf der Autobahn? Oder einer, der in der Stadt mit einem Hunderter dahinglüht? Oder in der Fußgängerzone arme Maskenträger verschreckt?

Ich bin in einer Zeit groß geworden, da hat es auf der Autobahn gar keine Beschränkungen gegeben und auf der Bundesstraße auch nicht. Einen Porsche hatte ich damals außerdem. Man erinnert sich: damals war alles frei und erst in den Siebziger Jahren wurden die Beschränkungen eingeführt. Gesagt wurde: zum Benzinsparen. Jetzt ist es also die Sicherheit. Irgendwas fällt denen immer ein. Aber Grüne gab es damals noch nicht und es war eine glückliche freie Zeit. Kommt nicht wieder.

Eine ganze Palette von Maßnahmen gegen die „Raser“ hat sie anzubieten:

Führerschein weg, Strafen erhöht, auch das Auto, mit dem so verantwortungslos dahingerast wurde, kann beschlagnahmt werden. Die „Krone“ hat das ungemein gefreut und dem Klima nützt es ja schließlich auch.

Unlängst habe ich von einem ganz üblen Raser gelesen: Über 100 in der Stadt, illegales Autorennen, erst 17 Jahre, keinen Führerschein, das Auto gehört dem Täter gar nicht sondern einem Onkel aus dem Clan.

Und was jetzt, Frau Minister?

Führerschein abnehmen? Geht nicht, er hat gar keinen. Strafen? Geht auch nicht, der verdient ja nichts, lebt von der Sozialhilfe. Auto wegnehmen? Geht auch nicht, das würde dem Onkel nicht gefallen und der hat ja Brüder und Cousins und die würden sich das nicht gefallen lassen und würden schwer protestieren. Strafen beim Gericht? Lachhaft. Mehr als eine bedingte kriegt der ohnehin nicht und außerdem ist er schwer traumatisiert und haftempfindlich.

Also was, Frau Minister? Und wenn sie darauf keine Antwort wissen, rate ich Ihnen, die Goschen zu halten. Das wär‘s von mir.