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Der Rebbe klärt

Der Rebbe klärt

 

Ich beginne wieder einmal mit einem jüdischen Witz. Sind ja doch die besten und manche sagen, es gäbe gar keine anderen. Stimmt wahrscheinlich. Und es stimmt wahrscheinlich auch, daß es gar keine anderen Witze gibt, die noch dazu auch gute Witze sind.

Also jetzt zum versprochenen Witz:

Zum Rebbe kommt eine Frau und bittet ihn um einen Rat:

„Du weißt, wir sind arme Leute und wir haben gerade zwei Hühner, einen Hahn und eine Henne. Nun ist eines meiner Kinder krank geworden und ich will ihm eine Hühnersuppe kochen, ein Huhn muß wohl geschlachtet werden. Schlachten wir aber die Henne, wird sich der Hahn kränken, schlachten wir aber den Hahn, so kränkt sich die Henne. Was also sollen wir tun. Ich bitte Dich um Deinen Rat, Rebbe!“

Drauf der Rebbe: „Ist gar nicht so leicht, meine Tochter. Ich werde klären und bitte komme morgen wieder, dann werde ich sagen, was Du tun sollst.“

Am nächsten Tag kommt die Frau wieder und fragt den Rebbe wieder.

Der Rebbe: „Man schlachte den Hahn!“

Aber die Frau: „Dann kränkt sich doch die Henne!“

Drauf der Rebbe: „Soll sie sich kränken!“

Soll sie sich kränken. Ein guter Rat.

Wir haben viele Leute, die sich gerne kränken. Über alles Mögliche. Über die Benachteiligung der Frauen, die Bevorzugung der Männer. Nebbich, würde der Rebbe sagen.

Es gibt aber auch Leute, die sich gerne aufregen. Über Karikaturen zum Beispiel. Die beleidigt sind, die in ihrer Ehre verletzt sind oder es zumindest behaupten und die deswegen töten, Leute erschießen oder Köpfe abschneiden.

Man frage den Rebbe. Sollen sie sich kränken. Und uns damit in Ruhe lassen. Und wenn einer zu mir kommt und so beleidigt ist, daß er mir den Kopf abschneiden möchte – für den habe ich die passende Antwort. Ohne, daß ich den Rebbe erst fragen muß.