Kultur

Ein Nachruf und kein Jubelruf

Ein Nachruf und kein Jubelruf

 

Bei Nachrufen kriege ich schön langsam Übung. Nicht erfreulich. Jetzt ist schon wieder einer gestorben, der auch so wie ich Achtzig geworden war. Und ich muß sagen, das hier trifft mich besonders.

Ginger Baker ist gestorben. Ein begnadeter  Schlagzeuger und da ich selber – in Studentenzeiten – Schlagzeug gespielt habe, traue ich mir das Urteil zu, daß Baker einer der besten gewesen ist. Für mich ist das ein Wunder, daß Baker so alt geworden ist. Er hat nichts ausgelassen, nichts was die Musiker seiner Qualität so konsumieren, aber er hat es geschafft. Ehre seinem Andenken und es ist wunderschön, daß man seine Musik immer noch (zumindest auf Konserve) hören kann. Ich danke ihm für seine Musik.

 

Kein Jubelruf

Es wird niemanden wundern, daß ich nicht in die Jubelrufe über den „österreichischen“ Literaturnobelpreis einstimme. Erstens einmal will ich nicht mit einer Frau Jelinek zusammen jubeln – denn nicht einmal jubeln will ich mit ihr und außerdem habe ich den Handke nie leiden können. Einige Sachen von ihm habe ich zwar gelesen – gehört sich, aber gefallen hat mir nichts davon.

Der Nobelpreis ist inzwischen ruiniert und lächerlich gemacht worden und dabei rede ich gar nicht vom Friedensnobelpreis, den ja schon alle möglichen Politgangster bekommen haben. Die kommunistische Schreiberin Jelinek hat auch einen und das alles halte ich für das Schlimmste, was dem alten Herrn Nobel passieren konnte. Es wird also Zeit, daß hier endlich einmal reiner Tisch gemacht wird. Nobel hat sich das nicht verdient.

P.S.: Wenigstens hat die kleine Greta nichts bekommen, das hat sich dann doch keiner getraut.