Migrantisches

Gedenken an Gallipoli

Gedenken an Gallipoli

 

Soviel haben die Türken ja nicht gewonnen. Wenig Anlaß zum Feiern. Im Ersten Weltkrieg waren sie bei den Verlierern, im Zweiten bei den Gewinnern. Gebracht hat ihnen beides nichts. Und daß die Türken sich vor Wien zweimal blutige Nasen geholt haben, ist nicht vergessen, gefeiert wird aber da nichts. De Türken wollen nicht und die Wiener dürfen nicht mehr. Aktive Kränkungsgefahr.

Gönnen wir ihnen daher das Gedenken an Gallipoli, denn an die Armenier wird man sich wohl nicht so gerne erinnern.

Und die Kinder, die in der Schule paradiert haben, die haben das sicher gerne gemacht. Die Tarn-Uniformen haben zwar nicht so recht gepaßt, den Kindern war das aber egal. Hauptsache sie hatten ihre Holzgewehre und irgendwann werden sie die ja auch austauschen können – gegen echte. Das STG 77 lädt sich sogar manchmal selber wenn es runteerfällt.

Mit den Deutschen und den Österreichern zusammen gegen die Briten geht es aber nicht mehr, eher gegen die Deutschen und die Österreicher, denn das sind ja jetzt die Feinde – nur begriffen haben sie das bislang noch nicht. Außer der Yucel, der sagt es sogar offen, aber die Deutschen begreifen das immer erst, wenn es zu spät ist.

Aber inzwischen regen sich unsere Damen auf. Kriegsspiel geht ja gar nicht, denn wir sind ja alle so friedlich, vor allem die Frauen bei uns, denn die sind so friedlich, daß es schon wieder blöd ist, macht aber gar nichts. Die Türken und die Araber machen es uns ja vor wie es geht mit den Damen. Küche, Kinder und ein Kopftuch mehr braucht es nicht und die Weiber halten die Gosche sonst kriegen sie eine drauf und alles ist wieder in Ordnung.

So feiern wir halt Gallipoli und die kleinen Türken haben allen Grund zur Freude. Die Aufregung wird sich schon wieder legen. Das glaube ich ganz fest. Inschallah!