Medien

Ein Journalist in kleinen Stücken

Ein Journalist in kleinen Stücken

 

Ich bin ja wirklich kein Freund von Journalisten, aber ein saudischer Journalist möchte ich schon gar nicht sein, wenn man bedenkt, was dem passiert ist. Khashoggi, ein angeblicher Schreiberling – was er wirklich war, wird sich noch zeigen – geht in die  saudische Botschaft und kommt nur mehr stückweise heraus. Nach und nach – also auch stückweise - kommt die Wahrheit ans Licht. Der saudische Journalist ist tot. Höchstwahrscheinlich. Was Genaues weiß man immer noch nicht, vielleicht wird man das auch gar nie erfahren.

Eine recht islamische Lösung wie mir scheint. Die Geschichte ist rätselhaft. Der Umgebrachte wollte sich die Hochzeitsdokumente besorgen. Da wäre einmal die Frage, warum ein solcher Rechtgläubiger überhaupt Papiere braucht, wenn er heiraten möchte. Das geht doch in diesen Ländern ruck-zuck und Papiere braucht man dabei keineswegs, nicht einmal die Einwilligung der in Aussicht genommenen Braut. Erstaunlich.

Die zweite Frage: Wenn ich mich als Einheimischer auskenne, wie das in diesen Ländern funktioniert und wie schnell das Messer oder das Schwert da bei der Hand ist – warum gehe ich da in eine Botschaft, wo mich das erwarten könnte, was letztlich auch passiert ist. Ein Fall von „Selber schuld“ oder nicht?

In Wahrheit ist das alles aber völlig egal. Interessiert mich nicht im geringsten. Was die untereinander machen, was sie sich gegenseitig antun ist mir wurscht. Wir können daher die Akten schließen. Gibt ja ohnehin keine.