Waffenrecht Österreich

Aufmachen! Verwahrungskontrolle!

Aufmachen! Verwahrungskontrolle!

 

Muß auch einmal sein. Die Verwahrungskontrolle hat mich gerade getroffen. Natürlich war es ganz anders, nix mit: „Aufmachen!“ „Kontrolle!“. Ich war nämlich nicht zu Hause. Daher: freundliches Telefongespräch, Termin ausgemacht, alles brav hergerichtet und alles in Ordnung. Kann ja auch nicht anders sein; ich kenne mich erstens aus und zweitens ist beim mir selbstverständlich alles in Ordnung. Seit 1996 mache ich das als gesetzestreuer Bürger und weil es im Gesetz und in der Verordnung so steht, gibt es da für mich nichts zu diskutieren.

Freilich hatten die überaus korrekten Beamten (ein älterer und ein ganz junge) zwar viel zu prüfen, Nummern zu vergleichen und auch ein wenig darüber zu staunen, was ein Mensch im Verlauf der Jahre alles zusammengebracht hat. Immerhin habe ich einiges geerbt und auch die Novelle 1996 hat vieles in die Kat. B gebracht, was man vorher ganz einfach ohne eine Genehmigung kaufen konnte, Halbautomaten zum Beispiel. Der EU sei hiemit gedankt.

Was die Verwahrungskontrollen für einen Sinn haben sollen, weiß natürlich keiner. Daß es so im Gesetz und in der Verordnung steht, ist ja keine wirkliche Rechtfertigung. Für die Sicherheit des Landes bringt das gar nichts, denn präsumtive Gefährder darf man ja auf dieser Basis nicht kontrollieren und die Leute, die brav registriert haben, stellen keine Gefahr dar. Über 99% der Kontrollen verlaufen ohne irgendeine Beanstandung. Liegt ja in der Natur der Sache.

Der Aufwand für diese Kontrollen ist aber hoch, zu hoch.

Ich habe es unternommen, die Mann(Frau)-Stunden, die für diese Kontrollen aufgewendet werden, zu schätzen und ich bin auf 400.000 Stunden jährlich gekommen. Was Exekutivbeamte in dieser Zeit leisten könnten, ist jedermann klar. Man könnte etwa die Sicherheit unseres Landes erhöhen, statt sinnlos Waffennummern aufzuschreiben und Safes zu kontrollieren, ganz abgesehen von der entbehrlichen Belästigung der rechtstreuen Bevölkerung.

Es wird demnächst eine parlamentarische Anfrage zu diesem Themenkreis geben. Ich glaube, daß ich mit meiner Schätzung nicht sehr danebengehaut habe.

Wenn das Ergebnis so ist, wie ich erwarte, sollte die Konsequenz die ersatzlose Anschaffung dieser blödinnigen Kontrollen sein. Aber dazu würde es eine politische Änderung brauchen. Ein wenig Zeit wäre ja noch.