Justiz

Der Kreuzzug gegen das Kreuz

Der Kreuzzug gegen das Kreuz

 

Im Jahr 1957 habe ich zu studieren begonnen, Jus, wie man weiß. Seit dieser Zeit bin ich mit Gerichtssälen vertraut und es ist dort immer das Kruzifix gestanden. Von der Schule her war ich das auch gewöhnt, in jedem Klassenzimmer war das Kreuz aufgehängt, gleich neben dem Bundespräsidenten.

Und jetzt soll das Kreuz verschwinden. So zumindest sagt das der Richterpräsident, der meint, man müsse das wegen der notwendigen Neutralität im Gerichtssaal so machen. Das ist natürlich ein Vorwand. Das Kopftuch soll vermieden werden und daher soll das Kreuz auch weg. Es ist also gar nicht anders möglich, weil sich sonst unsere Andersgläubigen aufregen, die ja auf dem Standpunkt stehen, daß wir als Ungläubige überhaupt keine Rechte haben.

Daß unsere Politiker und andere Verantwortliche in dasselbe Horn blasen, ist bedauerlich und es scheint, daß auch unser Herr Kardinal in der Wertschätzung einer fremden Religion in einem Irrtum befangen ist und zwar in einem Irrtum, der ihm früher die Ehre eines Autodafes eingetragen hätte.

Ich will meine Kreuze wiederhaben. Ich will nicht, daß irgendjemand mir meine Kreuze wegnimmt, sie in einen Abstellraum verbannt.

In meiner Stube hängt daher immer noch ein Kreuz. Und wem das nicht recht ist, der soll verschwinden aus meinem Haus. Ich würde ihn eigenhändig hinausschmeißen.