Gesellschaft

Wo der Humor abhandenkommt

Wo der Humor abhandenkommt

 

Wer das wissen will, möge sich einmal „Willkommen Österreich“ mit Stermann und Grissemann anschauen. Schon nach ein paar Minuten weiß man es: es gibt keinen Humor mehr und einen guten Witz schon gar nicht.  Nur mehr Polit-Trotteln.

Der Humor ist uns abhandengekommen. Das liegt nicht nur daran, daß es keine Juden mehr in der Branche gibt. Farkas, Heller, Leopoldi, Merz, Kreisler, alle schon lange gestorben, es kommt nichts mehr nach. Aber auch die Zeit hat sich geändert: Die Sozis verstehen ohnehin keinen Witz, die Nazis haben auch keinen verstanden und die Kommunisten sind überhaupt eine humorlose Bande und deren Nachfahren, die Grünen, gehen derzeit in den Keller lachen. Und wer die Frau Kahane von der Stasi anschaut: Der kommt sicher kein Lacher aus und über sie traut sich keiner zu lachen.

Beim Hitler hat es doch noch Witze gegeben. Manchmal. Es war zwar meist gefährlich, sie öffentlich zu erzählen, aber manche haben sich doch getraut und wurden auch in Ruhe gelassen, wenn der Autor einigermaßen prominent gewesen ist; der Weiß-Ferdl zum Beispiel, ein Münchner Original, der seltsamerweise manches sagen durfte, wofür andere ins KZ gewandert sind.

Zwei Sachen habe ich mir gemerkt. Gesehen habe ich den Weiß-Ferdl ja nicht, aber gemerkt habe ich mir das recht gut.

Also: Weiß-Ferdl kommt mit drei Schweinen auf die Bühne. Eins davon ein Ferkel. Er stellt vor:

„Das ist die Familie Mann. Das ist das Kind Mann. Das ist die Frau Mann. Und das ist der Herrmann!“

Angeblich hat sogar Göring darüber gelacht.

Noch was: Weiß-Ferdl kommt auf die Bühne, zeigt den Hitlergruß und ruft: „Heil . . .“ Pause. Noch einmal: „Heil . . .“ Blickt ratlos ins Publikum und fragt: „Saka, wie hoaßt er denn?“

Bei den Bolschwiken wäre das nicht gegangen. Bei uns auch nicht mehr. Beim Hitler ging’s gerade noch.