Gesellschaft

Motto: Ich bin endlich auch dabei, bei der Grapscher-Drängerei!

 

Motto: Ich bin endlich auch dabei, bei der Grapscher-Drängerei!

 

Es werden immer mehr: die Belästigten und solche sie es gerne gewesen wären und diejenigen, von denen man es immer noch nicht weiß, daß auch sie dabei gewesen sind. Das alles muß jetzt aufgedeckt werden, wie die bisher verhüllte Jungfrau, die noch keiner in ihrer nackten Pracht gesehen hat und die man jetzt unbedingt sehen möchte und wer es nicht immer noch nicht sehen will, ist selber schuld.

Sogar die Frau Lichter hat sich jetzt gemeldet und „unter Tränen“ öffentlich erzählt, daß auch sie das Opfer einer versuchten Vergewaltigung gewesen ist. Zwar schon eine Weile her der furchtbare Übergriff, aber erzählt muß es halt werden, auch wenn jetzt die versuchten Vergewaltigungen an Monika Lichter zufolge der inzwischen vergangenen Zeitspanne schon den Charakter einer Wunschvorstellung angenommen haben dürften.

Hingegen hat Nina Proll von den sonstigen Begrapschten bittere Schelte geerntet, weil sie gemeint hat, sie selbst wäre gar nicht belästigt worden und wer es nicht will, der werde halt auch gar nicht belästigt werden. Dabei ist der Applaus dazu von einem wie dem Bubendorfer schon fast selbst eine Belästigung. Die Proll hält das aber aus, wie es scheint.

Aber auch in der EU wurde und wird fleißig belästigt. Politikerinnen aller Kategorien haben sich da gemeldet. Die Lady Ashton – ein Musterbeispiel optischer Belästigung - war wohlweislich nicht dabei, wohl aber die Frau Malmstöm, deren sexuelle Belästigung sich aber wahrscheinlich in einem Blindeninstitut abgespielt haben dürfte. Also: von der EU endlich was Positives.

Jetzt ist aber Schluß damit: Es gibt eine Initiative, nicht nur in der EU sondern auf der ganzen Welt, und das geht so:

Alle Belästigten, alle Begrapschten, alle beinahe und wirklich Vergewaltigten werden sofort die dadurch etwa erlangten Vorteile aufgeben, von ihren Posten zurücktreten, ihre Film- und Fernsehverträge auflösen und vor allem ihre politischen Posten freistellen. Denn es kann ja wirklich nicht sein, daß man durch Preisgabe der eigenen Sexualsphäre Vorteile erlangt und sie dann auch behält. Und das wird allen Beteiligten eine Lehre sein.

Leere Ministersessel, leere Abgeordnetenbänke, verwaiste Sekretärinnensessel, von den verlassenen Aufsichtsrätinnen- und Beamtinnenplätzen ganz zu schweigen.

Ob wir das alles aushalten werden, weiß ich natürlich nicht. Aber interessant wird das sicher. Und vor allem: die Sache mit der Frauenquote hätte sich endlich elegant erledigt.