Genderismus

Von Hauptfrauen und von Nebenfrauen

Von Hauptfrauen und von Nebenfrauen

 

Bald haben wir wieder eine Hauptfrau in Niederösterreich und unsere Journalisten freuen sich darob unbändig. Das Gendern kann man nämlich jetzt auch auf die Spitze – auf die Spitze des Landes - treiben und das ist doch wunderschön.

Als ich noch jung war, gab es eine Hauptfrau ausschließlich im Serail des Sultans. Der hatte eine Hauptfrau und viele Nebenfrauen, die normalerweise immer jünger waren als die Hauptfrau und – so haben wir uns das vorgestellt – von durchsichtigen Schleiern umwabert, den Sultan umtanzten, wozu eine recht grausliche türkische Musik gespielt wurde. Und dann hat sich der Sultan eine von den Tanzenden für die Nacht bestellt und die wurde ihm dann, in wohlriechenden Wässern gebadet, auf den Divan serviert. Ob der Sultan selber auch wohlriechend war, ist nicht überliefert, scheint aber wurscht gewesen zu sein.

Nebenfrauen haben wir aber nicht mehr. Emanzipation, man versteht. Aber Hauptfrauen schon.

Ob man jetzt die Hauptfrauen auch vorher badet und wer den Sultan spielen darf, wird sich herausstellen. Aber da jetzt der Sultan Erwin I, Prölloglu, nicht mehr regiert, stellt sich die Frage nach Nebenfrauen ohnehin nicht mehr.