Religiöses

Und ich bin immer noch nicht ausgetreten

Und ich bin immer noch nicht ausgetreten

 

Aus der Kirche nämlich. Ich weiß natürlich, daß man da gar nicht austreten kann. Taufe ist unauslöschlich (character indelebilis), das haben wir gelernt und ich bin ja schließlich auch Doktor des Kirchenrechts. Wenn man „austritt“ erspart man sich gerade die Kirchensteuer und ärgert vielleicht ein paar Funktionäre. Das sind aber immer garantiert die Falschen.

Aber eigentlich müßte man austreten. Was sich die sogenannten Kirchenoberen in der letzten Zeit geleistet haben, ist ein Skandal und wäre die Kirche noch halbwegs in Ordnung, müßten diese Figuren schon längst exkommuniziert sein und noch früher hätte man sie im Rahmen eines Autodafes einer endgültigen Belehrung und Bekehrung zugeführt.

Allein, wie man dem Islam hinten hineinkriecht, ist ekelhaft. Denn einen religiösen Dialog mit dem Islam darf es von unserer Seite nicht geben. So ein Dialog ist sinnlos, würdelos, schädlich und bestärkt diese Leute bei ihrem unverschämten, fordernden Auftreten.

Das geht vor allem an die Adresse Schönborns, der für seine schmeichelweiche, anbiedernde Art in der Hölle Dantes schmoren müßte. Und das geht ganz besonders an jene Kirchenfürsten, die sich unlängst, „um den Islam nicht zu beleidigen“ ihrer Kreuze entledigt haben und dort gleichsam nackt – in Wirklichkeit charakterlos – aufgetreten sind.

Wer also jetzt noch in der Kirche ist und nicht austritt, braucht einen besonderen Magen und den habe ich. Und ich habe die Hoffnung, daß doch dereinst ein wackerer Christ auftritt, so ein Abraham a Santa Clara, der es den Schlappschwänzen und Weicheiern so richtig hineinsagt.

Und dann werde ich froh sein, nicht ausgetreten zu sein.