Kultur

Ein Nachruf auf Gerhard Tötschinger

Ein Nachruf auf Gerhard Tötschinger

Das hätte ich nicht gedacht, daß ich einmal einen Nachruf auf Gerhard Tötschinger schreiben muß. Er war ja so viel jünger als ich, dynamisch, immer noch schöpferisch, unglaublich gebildet und gescheit. Sein Tod hat mich getroffen, mein herzlichstes Beileid seinen Hinterbliebenen.

Seine zahlreichen Bücher habe ich fast alle gelesen. Ein Vergnügen und eine Bereicherung. Jetzt wäre eine Gelegenheit, sie wieder hervorzuholen.

Viele Reisen habe ich mit ihm gemacht. Es waren Reisen, die uns alle die mitgewesen sind, in die Kultur, in die Literatur und in die Kunst der Städte geführt haben, die wir besucht haben.

Eine Reise nach Venedig möchte ich herausgreifen, weil sie besonders eindrucksvoll gewesen ist. Tagsüber war Besichtigung und Kultur, unterbrochen natürlich von gutem Essen und abends wurde gelesen. Thema natürlich Venedig. Ich habe damals meinen Herzmanovsky-Orlando mitgehabt. Im „Maskenspiel der Genien“ gibt es nämlich eine Passage über die Orientierungsprobleme in Venedig und das haben wir damals gemeinsam gelesen und darüber gelacht.

Ich werde mir das wieder herholen, es genußvoll lesen und dabei an den Gerhard Tötschinger denken, der vielleicht, dort wo er jetzt ist, in der Erinnerung schmunzeln wird. Danke für die schönen Stunden!