Waffenrecht Österreich

Von der Verletzlichkeit der Waffenbesitzer

Von der Verletzlichkeit der Waffenbesitzer

 

Natürlich ist hier nur von legalen Waffenbesitzern die Rede, also von Leuten, die sich an die Gesetze halten, alle Genehmigungen besitzen und alles brav registriert haben. Außer alte D-Waffen und andere „mindergefährliche“ Waffen gibt es nichts mehr, was der Behörde nicht bekannt ist, was nicht auf „Knopfdruck“ offenbar wird. Und das macht diese Waffenbesitzer verletzlich.

Fein heraußen sind da die Illegalen. Die Besitzer von Kalaschnikows, Skorpions, Makarovs und ähnlichem. Da weiß die Behörde nichts, sie genehmigt nichts, sie registriert nichts, sie kontrolliert nichts. Kein Psychotest, kein Waffenführerschein, keine Verwahrungskontrolle. Die Illegalen existieren nicht für unsere Behörden, sie werden in Ruhe gelassen.

Und daher sind nur die legalen Waffenbesitzer verletzlich. Betrunken mit dem Auto, eine Auseinandersetzung mit Stänkerern, den Safe nicht zugesperrt, häusliche Krisen – das alles kann den Waffenbesitz gefährden, zu Waffenverboten und Beschlagnahmungen führen.

Daher sind die legalen Waffenbesitzer meistens vorsichtige Leute, gesetzestreu, peinlich bemüht, keines der idiotischen Gesetze zu verletzen, die unseren boshaften Bürokraten eingefallen sind.

Aber manchmal sind sie nicht vorsichtig genug. Vor allem dann, wenn es Familienprobleme gibt, bei ehelichen Auseinandersetzungen oder wenn eine Scheidung in der Luft hängt. Da werden vom Partner, der dann zum Gegner wird, Dinge gesucht, die die eigene Position verbessern und den anderen ins Unrecht setzen.

Sind Kinder da, ist der Mechanismus vorgegeben: Mißbrauchsvorwürfe können den Gegner ruinieren, auch wenn sich später vielleicht die Unschuld des Beschuldigten herausstellt.

Und gibt es Waffen, ist es fast noch einfacher: Wirf der Polizei dieses Hölzel hin, und die Maschine beginnt zu laufen. Waffenverbote, Beschlagnahmungen und was das Gesetz sonst noch alles hergibt und das ist nicht wenig. Die Waffen wird man nur in den seltensten Fällen wiedersehen, die sind schon an Interessenten mit Insiderwissen aufgeteilt und auch die Waffendokumente wird man auch kaum mehr bekommen.

Rezepte dagegen gibt es wenig, außer: immer brav und folgsam zu sein und sich vom Ehepartner alles gefallen zu lassen, nicht widerreden und in Gelddingen Großzügigkeit zu üben.

Manchmal, wenn man gescheit ist oder einen gescheiten Berater hat, kann es auch anders ausgehen. Ich hatte einmal einen Freund, der Waffen besessen hat. Als sich am Ehehimmel dunkle Wolken zeigten, habe ich ihm geraten, alle seine Waffen zum Waffenhändler seines Vertrauens zu bringen und sich einen Depotschein ausstellen zu lassen. Und als dann der Vorwurf seiner liebenden Ehegattin kam, er hätte sie mit seiner Sportpistole bedroht, wurde der Depotschein vorgezeigt und die Noch-Ehefrau hatte auf einmal das Problem, mit einer Verleumdungsklage konfrontiert zu sein.

Die Geilheit der Behörden, legale Waffen zu kassieren, ist gewaltig. Es wird da eine Energie entfaltet, die man bei der Kontrolle illegaler Waffen nicht beobachten kann. Ist ja auch viel schwieriger und kann manchmal auch ungemütlich werden. Da läßt man es lieber bleiben. Anders geht es ja auch.

 

Übrigens: haben Sie schon die Petition Liberales Waffenrecht für mehr Sicherheit unterschrieben – läuft noch bis 14. April 2015! http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/PET/PET_00022/index.shtml