Kriminalität

Noch ein paar Gedanken zur Todesstrafe

Noch ein paar Gedanken zur Todesstrafe

 

Als sich der Orban Viktor aus Ungarn über die Todesstrafe geäußert hat, war ein Querschuß meine Reaktion. Ich habe versucht, ein wenig Vernunft in das aufgeregte journalistische Geschnatter hineinzubringen und ich habe auch darauf hingewiesen, daß unsere ach so hehre EU sehr wohl die Todesstrafe kennt, allerdings nicht im rechtsstaatlichen, richterlichen Verfahren – da ist das verboten – aber im administrativen polizeilichen Verfahren ist die Todesstrafe vorgesehen. Töten ja, aber wir werden keinen Richter brauchen. Das ist eben die EU.

Dabei ist aber eine Diskussion über den Sinn und den Wert einer solchen Strafe nicht einmal angerissen worden. Ich habe aber eine recht sarkastische Bemerkung an den Schluß meiner Ausführungen gestellt, die so gegangen ist:

P.S.: Wer es noch nicht weiß: Die Todesstrafe verhindert kein Verbrechen. Ein strenges Waffengesetz aber schon.

Man kann den Sarkasmus aber auch übertreiben und das habe ich wahrscheinlich dabei getan. Viele meiner Leser haben das nicht so recht verstanden, Briefe habe ich daher genug gekriegt.

Also folgt jetzt der Versuch einer Klarstellung:

Wenn man mit Waffengegnern diskutiert (sofern sie sich in eine solche Diskussion überhaupt hineintrauen) kriegt man als Hauptargument für ein strenges Waffengesetz immer serviert, man könne mit strengen Waffengesetzen Verbrechen, Bluttaten, Selbstmorde und Unfälle verhindern.

Stehsatz: „Wenn auch nur ein Toter verhindert werden kann . . .“

Ist natürlich ein Unsinn, jeder vernünftige Mensch wird das begreifen.

Genau dieselben Leute aber, die meinen, ein Waffengesetz könne Verbrechen verhindern, behaupten nämlich steif und fest, die Todesstrafe vermöge das nicht, diese Strafe könne weder Morde oder sonstige Bluttaten verhindern.

Niemandem fällt der Widerspruch auf. Das Waffengesetz ist also dazu imstande, was die Todesstrafe nicht vermag. Die ein, zwei Jahre Gefängnis für unerlaubten Waffenbesitz verhindern Verbrechen, weil es angeblich von dem Besitz des Tatwerkzeuges abschrecken soll, während die Todesstrafe weder einen Mord noch andere gräßliche Verbrechen zu verhindern vermag.

Das aber ist für mich der Gipfelpunkt der Idiotie.

Aber wir sind uns doch einig: Waffengegner sind ohnehin samt und sonders Idioten.