Politik

Die Gleichen und die Gleicheren

Die Gleichen und die Gleicheren

 

Den Begriff: die „Gleicheren“ hat George Orwell geprägt. Er beschreibt damit die Entwicklung einer Revolution, die zuerst nur Gleiche kennt und wie sich daraus eine neue Klasse der „Gleicheren“ entwickelt. Dargestellt wird das in dem Roman „Die Farm der Tiere“, den ich für noch wichtiger als „1984“ halte.

Nacherzählen muß ich das hier nicht im Detail, die meisten meiner Leser werden den Orwell gut genug kennen.

Kurz: Die Tiere einer Farm vertreiben ihre menschlichen Unterdrücker und leben zuerst einmal in Gleichheit und Brüderlichkeit. Doch bald schwingen sich die Intelligenteren und Raffinierten – die Schweine nämlich – zu Herrschern auf und machen genau so weiter wie die eben erst vertriebenen Sklavenhalter.

Auch in unserem Staat gibt es sie, die „Gleicheren“. Sie sitzen in der Regierung, in den Parlamenten, in den sogenannten Gremien, in den Kammern. Sie regieren, unterdrücken und beherrschen die Gleichen, die manchmal immer noch so blöd sind, zu glauben, sie wären gleich und ebenbürtig. Und ebenso wie in der „Farm der Tiere“ blöken die dummen Schafe immer wieder ihren Spruch, daß die Vierbeiner besser wären, während die Schweine sich schon längst auf ihre Hinterbeine erhoben haben.

In den Parlamenten sind sie ja noch „gleicher“, sie sind nämlich noch dazu immun. Sie dürfen für ihre politischen Gangsterstücke nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie auch noch so Verderbliches und Unsinniges durch die Gesetzesmaschinerie laufen lassen. Und das Schönste: Sie dürfen auch nicht angeklagt werden. Sie selber dürfen natürlich schon. Wenn ich also so einen Gleicheren beleidige, kann er mich jederzeit klagen, beleidigt er aber mich, kann ich das nicht, er ist ja immun, außer seine Körperschaft liefert ihn aus, läßt also zu, daß ich ihn klage. Das wird aber wohl nicht passieren.

Besonders auffällig wird dieser Unterschied, wenn es um die politische Tätigkeit des „Gleicheren“ geht. Die Majestät klagt den Untertan, der aber kann sich nicht wehren, er kann nur hoffen, auf verständnisvolle Richter zu treffen.

Beim Abgeordneten Steinhauser von den Grünen war das so: Er ist immun und fühlt sich von mir beleidigt, klagt mich. Natürlich sind wir in einem Rechtsstaat, ich kann mich verteidigen, wurde auch schon zum zweiten Mal freigesprochen.

Dennoch: Der Herr Abgeordnete verschanzt sich feige hinter seiner Immunität. Meine Einladung zu einer öffentlichen Diskussion hat er ausgeschlagen, nicht einmal geantwortet hat er darauf. Er ist ja der „Gleichere“, der sich mit einem einfachen Staatsbürger nicht herstellen muß, der nicht einmal mit ihm reden will, der allein sich nicht traut, mit ihm Argumente auszutauschen, der lieber die Hilfe des Gerichtes in Anspruch nimmt, statt sich in demokratischer Art einer fremden Meinung zu stellen.

Die Grünen sind die „Gleicheren“ in unserem Staat geworden, wie es Orwell so trefflich beschrieben hat. Sie regieren, sie diktieren, sie reden nicht mit den Untertanen. Inzwischen sitzen sie schon in sechs Länderparlamenten und dort vertreten sie ihre verderbliche Politik. Und die braven Wähler dieser von rot und braun auf grün eingefärbten Partei, die dummen Wahlschafe blöken gehorsam bei jeder Wahl: „Grüne gut, alles andere schlecht“.

Alle anderen sind nämlich Nazis. Aber das dürfen eben nur die Grünen sagen – unter dem Schutz der Immunität.