Migrantisches

Türkisch Mann braucht eine Waffe

Türkisch Mann braucht eine Waffe

 

Ja, wirklich. Als ich noch aktiv meinen Beruf ausgeübt habe, hatte ich recht viele türkische Klienten. In der Hauptsache anständige Menschen, die wollten ein Geschäft gründen, was arbeiten, Geld verdienen und für ihre Familien sorgen. Ehrlich waren sie außerdem. Wenn ein Türke zu mir gesagt hat: „Doktor, nächste Woche zahle ich 500!“, dann war er nächste Woche da und hat 500 auf den Tisch des Hauses gelegt. Hat bei manchen Österreichern nicht so funktioniert.

Außerdem hatten die Menschen zu mir großes Vertrauen und klarerweise haben wir auch über Waffen gesprochen. Ich habe festgestellt, daß fast jeder von diesen ehrlichen, arbeitsamen Menschen eine Schußwaffe besessen hat. Ein Waffendokument hatte keiner. Wozu auch?

„Doktor, türkisch Mann braucht eine Waffe!“

Natürlich habe ich sie auf die österreichische Rechtslage hingewiesen. Mehr als ein verständnisvolles Lächeln habe ich dafür nicht geerntet. So etwa: „Wir wissen schon, Du mußt das sagen, aber wir denken nicht daran, die österreichischen Behörden um etwas zu bitten, was wir ohnehin nicht bekämen.“

Passiert ist übrigens nie etwas. Einmal schon. Da hat ein Herr aus dem Iran (auch ein Klient) einen anderen mit einem Kopfschuß erledigt. Gott sei Dank nicht in meiner Kanzlei. Es ging da um Ehre und um Geld auch. Und die Waffe war natürlich auch nicht legal. Aber auf mich hört man ja nicht.