Kriminalität

Freundliche Einladung

Freundliche Einladung

 

Da wurde ein serbischer Raubmörder versehentlich um drei Jahre zu früh ausgelassen. Falsch in den Computer eingetippt und drei Jahre Reststrafe waren weg. Der Herr ist nach Hause abgereist und ward nicht mehr gesehen.

Nun kann man sagen: auch schon egal. Ob der sitzt oder frei herumgeht, kann uns doch wurscht sein, in drei Jahren wäre er ohnehin herausgekommen. Ein Räuber mehr oder weniger auf freiem Fuß – wem macht das schon etwas – bei uns im friedlichen Österreich, wo die Kriminalität immer weniger wird, das Innenministerium nichts anderes tut als Verbrechen aufzuklären und zu verhindern und wo wir immer bestätigt bekommen, daß wir im sichersten Land der Welt leben, gleich nach Chicago.

Aber den Kerl werden wir schon bekommen. Man hat ihm einen freundlichen Brief geschickt, er möge doch so nett sein und nach Österreich zurückkommen um hier seine Strafe abzusitzen. Eingeschrieben. Also wenn das nichts nutzt?

Wir haben einen Justizminister, der dafür verantwortlich ist. Das fällt in sein Ressort. Aber der hat natürlich anderes zu tun. Gesetzesbasteln zum Beispiel, Gesetze zur Einschränkung der Meinungsfreiheit, damit Österreich noch sicherer wird. Da bleibt freilich für den Strafvollzug keine Zeit.

Zu Kaisers Zeiten hätte sich ein Justizminister, dem solches passiert wäre, diskret entleibt. Heute sind wir nicht mehr so. Rücktritt würde genügen.