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Journalistischer Amoklauf

Journalistischer Amoklauf

 

Es geht um die blutige Schreckenstat eines Wilderers in Niederösterreich. Amoklauf war das natürlich keiner, sondern ein kaltblütiger, überlegter Mordanschlag, dem vier Menschen zum Opfer gefallen sind. So etwas zu bekämpfen oder gar zu verhindern, ist praktisch nicht möglich, außer man gibt Schießbefehl auf alle verdächtigen Autos. Daß sich das verbietet, muß jeder einsehen. Auch die Schutzwestendiskussion ist müßig – wir sind nicht im Krieg, wo man mit einer solchen Ausrüstung ständig herumlaufen muß. Gegen Gewehrmunition helfen auch nur spezielle Schutzwesten mit Einschubplatten.

Aber Journalisten schreiben und reden von Dingen, von denen sie nichts verstehen. Das ist inzwischen Standard geworden. Man fragt auch niemanden, der es besser wüßte, man plappert oder schreibt einfach daher, wie es einem gerade einfällt.

Meister in dieser Disziplin ist das „profil“. Und da steht in dem Artikel in der Nummer 39 unter dem Titel „Allein auf weiter Flur“ folgendes:

„Alois Huber, 55, hat Patronen vom Typ Winchester .308 im Magazin seines Gewehres, als er . . . auf der Lauer liegt. Die halbautomatische Waffe auf Dauerfeuer stellt. Auf ein Polizeifahrzeug zielt. Abdrückt.“

Und eine Seite später nocheinmal:

„Die Polizisten . . . geraten sofort unter Beschuß. Winchester .308. Dauerfeuer.“

Man muß diesen Artikel gar nicht vollständig lesen. Das kann nur ein Schmarrn sein, wenn man so einen Blödsinn schreibt.

Die Autoren seien nicht verschwiegen: Ulla Kramar-Schmid, Otmar Lahodinsky und Martin Staudinger. Die Trotteln vom Dienst. Im Dienste des „profil“.