Kultur

Eine vandalische Ehrenrettung

Eine vandalische Ehrenrettung

 

Fast täglich lesen und hören wir von Vandalenakten und wissen, was gemeint ist. Das sind sinnlose Zerstörungen, Verwüstungen, Vernichtung von Gut und Leben.

Die wenigsten wissen mehr, woher das kommt und was der germanische Volksstamm damit zu tun haben soll. Und wer weiß schon wer die Vandalen überhaupt gewesen sind? Eine Ehrenrettung der historischen Vandalen ist also angebracht.

Vandalismus ist heute häufig und nur selten sind germanischstämmige Menschen daran beteiligt. Umsomehr wäre ein Blick in die Geschichte gut. Zumindest ein kurzer Blick:

In der Völkerwanderung tauchten die Vandalen auf. Es ist nicht klar, woher sie kamen, wahrscheinlich wollten sie dem hunnischen Druck ausweichen. Erst nach Gallien, dann nach Spanien und schließlich nach Nordafrika, wo sie ein recht ordentliches Reich errichteten. Sie eroberten auch die Stadt Rom, wobei allerdings keine richtige Belagerung stattgefunden hat sondern eher ein Einmarsch, aber geplündert wurde natürlich. Die üblichen Massaker haben aber nicht stattgefunden. Also gar so vandalisch haben sich die Vandalen da nicht aufgeführt.

Unter Justinian hat sein Feldherr Belisar das Vandalenreich vernichtet. Man kann aber sagen, daß ein noch intaktes Vandalenreich die arabischen Eroberungen hätte verhindern oder zumindest behindern können. War also keine so gute Idee von den Byzantinern.

Zum Markenzeichen des „Vandalischen“ kamen die Vandalen erst zur Zeit der französischen Revolution. Es ist ihnen bis heute treu geblieben.

Man wird das nicht mehr ändern können und ich will das auch gar nicht. Aber vielleicht kann man in Hinkunft darüber nachdenken, wenn wieder einmal die „Vandalen“ am Werk sind.