Kultur

Prominentenvertreibung

Prominentenvertreibung

 

Weil wir gerade von Hans Hass gesprochen haben: Noch einen prominenten Österreicher hat es etwa zur gleichen Zeit erwischt. „Es“ war wieder einmal die österreichische Steuer, die ganz besonders fies, gemein und wirtschaftsschädlich ist.

Manche erinnern sich noch an Anton Karas, den Komponisten des unvergeßlichen „Harry Lime“-Themas, die Musik zum Film: „Der dritte Mann“, die der kleine bescheidene Heurigenmusiker aus der Sieveringer Buschenschank Matinkowitsch geschaffen hat.

Die Zithermusik war ein Welterfolg und Karas hat ganz schön damit verdient. Um das Geld hat er sich – naheliegend – einen Heurigen in der Sieveringer Straße gekauft. Ging natürlich sehr gut, bei dieser Bekanntheit.

Und dann kam das österreichische Schicksal in Gestalt einer Steuerforderung, die den armen Mann fast ruiniert hat. Der Heurige wurde verkauft und Karas spielte in seinem eigenen Lokal weiter als einfacher Heurigenmusiker, der er einstmals gewesen ist.

So geht also der österreichische Staat mit seinen Künstlern, Erfindern und Erfolgsmenschen um: er verjagt sie oder er plündert sie aus. Das zieht sich, wie wir wissen, durch unsere Geschichte wie ein roter Faden, wobei rot wohl das richtige Signal ist.

 

Staatskünstler

Ausnahmen gibt es. Wir kennen sie alle. Die Staatskünstler, die unser Steuergeld hinten (oder anderswo) hineingeschoben kriegen, denen man Museen errichtet und sie mit Auszeichnungen behängt. Sie künden eifrig das Lob der Regierenden. Ihnen wird reicher Lohn. Schwer verdient. Den Speichel der Mächtigen zu lecken ist kein angenehmes Brot.