Kriminalität

Ein zweifacher Hilferuf

 

Ein zweifacher Hilferuf
 
Eine junge Frau wollte einem aggressiven Bettler nichts geben – Bauchstich. Lebensgefahr, Notoperation. Tatort Favoritner Fußgängerzone.
Ein Neger verfolgt eine junge Frau nach dem Aussteigen aus der U-Bahn, überfällt sie, will sie vergewaltigen. Dank ihrer Gegenwehr flieht der Angreifer. Tatort wieder Favoriten.
Die Bilanz eines Tages. Die tagtägliche Kriminalität, an die wir uns schon recht gut gewöhnt haben. Die zahlreichen Einbrüche, die Brandstiftung, die Raubüberfälle, die Vandalenakte, das alles regt uns gar nicht mehr auf.
Aber zurück zu den anfangs geschilderten Verbrechen:
Das darf man alles nicht so eng sehen. Schließlich sind die Täter arme Menschen, verfolgt, asylsuchend, ausgegrenzt, verachtet von einer reichen, mitleidlosen Gesellschaft. Niemand reibt dem Bettler einen Zehner oder einen Hunderter, achtlos und herzlos strömen die Menschen an ihm vorbei, bis er sich endlich überwindet und sich zu einem verzweifelten Hilfeschrei entschließt, das Messer wird zum Instrument eines Schreis, einer Bitte um Aufmerksamkeit, um Zuwendung.
Und der Vergewaltigungs-Neger: Die weißen Frauen ignorieren ihn, wollen seine verständlichen dringenden Bedürfnisse nicht zu Kenntnis nehmen, ihm keine hilfreiche Hand zu seiner Erleichterung reichen, sich nicht schnell in der U-Bahn für ihn hinunterbücken. Das frustriert, das macht innerlich leer und so schreit auch er um Hilfe, weil er sich anders nicht artikulieren kann in seiner Verzweiflung.
Wir haben diese beiden Hilferufe gehört. Sie waren deutlich und laut zu vernehmen. Die Hilferufe der Opfer waren da schon etwas leiser. Gerade die sollten wir aber nicht überhören.