Ausländer

Der gehört uns!

 

Der gehört uns!
 
Ein Mann aus Afghanistan hat bei uns um Asyl angesucht. Er ist aus Ungarn gekommen und dort hat es ihm anscheinend nicht so gut gefallen, daher – weiter nach Österreich.
Sein Ansuchen um Asyl hat er damit begründet, daß er in seinem Heimatland seine Eltern und seine drei Geschwister mit der Kalaschnikow umgenietet hat. Er sei daher zu Hause Verfolgungen ausgesetzt und habe somit Anspruch auf Asyl.
Man hat den Burschen nach Traiskirchen überstellt.
Also – so sehr das manchen gegen den Strich gehen mag – der gehört uns. Wir müssen ihm wohl oder übel Asyl gewähren.
Warum? Einfach: In seinem Land droht ihm die Todesstrafe. Dort hat man für solche Mehrfachmörder wenig Verständnis, außerdem könnte die segensreiche Einrichtung der Blutrache schlagend werden. Also nach Afghanistan kann man ihn nicht zurücktransportieren.
Nach Ungarn aber, wo er hergekommen ist, auch nicht. Die Ungarn sind nämlich grausam und zahlen Asylwerbern nichts. Kein Taggeld, keine Mietzinsbeihilfe, keine Halal-Verpflegung, keine Fernsehgebühr, keine Telefonkosten, kein Internet – rein gar nichts.
Daher kann man ihn auch nach Ungarn nicht zurückschicken, das würde der EU nämlich gar nicht gefallen.
Er bleibt uns. Auf ewig. Vielleicht machen wir ihm einen Prozeß. Das wird zwar schwierig, aber irgendwie werden wir das schon schaffen, vielleicht gibt es auch mildernde Umstände. Der Mann hat immerhin seine Eltern und seine übrige Familie verloren und steht ganz allein in der Welt da. Und wenn Allah will, gibt es ein religiöses Motiv, das wäre überhaupt wunderbar. Dann kriegt er eine bedingte, höchstens und kann im Urlaub nach Afghanistan zurück.
Daß ihn dort einer umlegt, wäre immerhin möglich. Aber wir wollen ja nicht den Scheitan an die Wand malen.