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Brasilien wird sicher

 

Brasilien wird sicher
 
Jeder weiß, daß es in Brasilien nicht sicher ist. Aber übernächstes Jahr, da sind Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele sind auch irgendwann und da muß Brasilien sicher werden.
Der erste Schritt ist gemacht:
In vielen Zeitungen sieht man jetzt Bilder, wo das Militär Waffen vernichtet. In Rio hat man eine Straßenwalze über beschlagnahmte Waffen drüberfahren lassen und sie so unbrauchbar gemacht. Die Journalisten sind da immer sehr begeistert. Waffen vernichten ist immer gut und Waffen vernichten macht sicher. Wer’s glaubt, wird selig.
Natürlich nützt das überhaupt nichts. In allen Ländern, wo man das medienwirksam inszeniert hat, ist die Gewalt nachher genau so weitergegangen wie vorher. Zufrieden waren nur die Journalisten und die Politiker. Und die Exekutive, auch das Militär weiß ganz gut, daß alles was sie da präsentieren, sinnloser Aktionismus ist.
Angeblich sind also in Brasilien seit 2002 etwa 150.000 Waffen beschlagnahmt worden, die jetzt vernichtet worden sind. Wer sich die Bilder anschaut und nur ein wenig Ahnung hat, bemerkt, daß die „Waffen“ allesamt völlig unbrauchbarer Schrott sind, verrostete kaputte Dinger, Waffen also, die der gewiefte Gangster gerne der Polizei überläßt, wenn sie suchen kommt.
Der Deal zwischen Polizei und Verbrechern schaut in diesen Ländern so aus, daß man einfach das alte Glumpert der Polizei überläßt. Die freut sich darüber, zahlt manchmal sogar etwas, vernichtet das spektakulär, kassiert Unterstützung von internationalen Organisationen und die Gangster kaufen sich die neuesten Sachen. Alle sind zufrieden.

Sicherheit auf südamerikanisch. Traurig, daß es bei uns auch nicht wesentlich anders zugeht.