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Selektives Lesen am Beispiel der „Krone“

 

Wir alle wissen, daß die „Krone“ unglaublich abgesandelt ist. Zum Beispiel am Sonntag kein Girtler mehr in der Beilage. Das war meistens das einzig Lesenswerte. Alles andere kann man vergessen, in letzter Zeit sogar den Woltron und den Wallentin, letzterer hat sich allmählich auch schon den Klimatrotteln angepaßt. Aber da kann ich ja gleich die Kromp-Kolb lesen, die ungestraft ihren Unsinn täglich verbreiten darf. Die lese ich aber natürlich auch nicht. Eine Verrückte.

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ORF-Gesetz: Online, Gremien, Programm

 

ORF-GESETZ: ONLINE, GREMIEN, PROGRAMM
 
 
Woher darf Geld kommen? Zuerst einmal von uns, aber von Werbung versteht der ORF ja auch einiges. Online-Werbeeinnahmen sind auf drei Prozent beschränkt, ab 2013 sollen es vier werden, dann fünf ... und so weiter. Im Gegenzug müssen "nicht sendungsbegleitende" Angebote wie das IT-Portal "Futurzone" oder Spiele wie "Sky Challenge" aufgegeben werden. Auch die Foren sind nur mehr "sendungsbegleitend" offen, allerdings nur dann, wenn Sie sich ausweisen (mit Namen und Wohnadresse).
Man hat also bemerkt, dass es Infos auch im Netz gibt und nicht nur bei Nachrichtensendungen des ORF. Die eigenen Seiten zu verbieten, das ist aber, um es höflich auszudrücken, ein schlechter Witz.
 
Dafür – wäre ja bemerkenswert, wenn’s anders käme – kriegen wir einen Sender online. TW 1 wird umgebaut. Und zwar in einen Kultur- und Informationsspartenkanal „nach Vorbild“ der deutschen Programme „Bayern alpha“ oder „Phönix“, was uns nicht wundert. Der ORF war schon immer groß im Nachäffen und im Niederdrücken von Österreichs kreativen Leuten, weil denen ja was einfallen könnte. Also imitieret man Bewährtes.
Diese Auflage ist an die Gebührenrefundierung geknüpft. Der Herr ORF-General will den Sender „Info+“ nennen und ab 2011 on air haben, womit auch ORF Sport plus abgesichert sein soll.
 
Programm: Ebenso mit der Gebührenrefundierung verknüpft (bisserl viele Verknüpfungen) ist der Auftrag an den ORF, 5,9 Millionen jährlich zur Mitfinanzierung von Kinofilmen bereitzustellen und den Anteil österreichischer Produktionen (Filme und Serien) kontinuierlich zu erhöhen.
No comment. Vom Schifahren versteht das Land sehr viel, aber vom Filmemachen ... (Bitte jetzt nichts vom Oscar sagen, weil das eine Endlos-Erklärung über die uns bestens bekannten Vergabemodalitäten nach sich ziehen müsste.)
 
Gott war jedoch gütig. Er gab uns die Privatsender, deren Angebote schon jetzt bei weitem publikumswirksamer sind als die des ORF, was allerdings noch zu wenige Seher herausgefunden haben. Besonders in ländlichen Gegenden kleben die Leute noch am guten alten ORF und glauben, damit eine seriöse Informationsquelle zu haben. Wir werden künftig alles vergleichen, so viel aber jetzt schon: Wenn es ATV, Puls 4, Austria 9 ... gelingen sollte, sich auch ideologisch vom ORF abzusetzen, dann ist der Polit-Sender wohl bald überrollt.
 
Außerdem hat der Rechnungshof gefordert, die ORF-Gremien zu verkleinern. Kommt nicht. Es wird keinerlei Änderungen bezüglich des Publikums- und Stiftungsrates geben, auch die teure Fax-Wahl der sowieso vorsortierten 6 Leute der Hörer- und Sehervertretung wird nicht abgeschafft. Nur das Direktorium soll vier Köpfe zählen und nicht mehr sechs - ab der nächsten Funktionsperiode.
Bis dahin ist sicher einer unartig und einer in Pension.
 
Das wären die essentiellen Punkte eines Gesetzes, das jeder weiteren Beschreibung spottet.
 
Mit lieben Grüßen
Ihre www.killercat.net

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